Tierschutz in Italien – mein Reisebericht Teil 1

Schon im März diesen Jahres, war ich bei einem Hilfstransport nach Italien dabei. Ich möchte euch hier einen kleinen Einblick geben wie dort die Zustände sind und versuchen den vielen Hunden und Katzen die dort in schlechten Verhältnissen leben ein Gesicht zugeben. Vielleicht bewegt es den ein oder anderen zum umdenken und schenkt in Zukunft einem Tier aus dem Tierheim (sei es Italien oder Deutschland) ein neues Zuhause. Es lohnt sich!

Die Reise beginnt

Anfang November war es wieder so weit, dass Tierrefugium Hanau hat sich mit einem Transporter voller Futter- und Sachspenden auf den weiten Weg nach Süditalien gemacht. Die knapp 1900 km nach Torre Lapillo, wo unsere Unterkunft war, haben wir in etwa 20 Stunden geschafft.

Schon während der Fahrt in Italien holten mich alte Bilder wieder ein. Wir fanden eine Babykatze an einer Raststätte. Sie war sehr scheu, abgemagert und humpelte. Mehr als ihr einen riesigen Berg Futter zugeben konnten wir leider nicht tun. Es gibt einfach zu viele Fälle, bei denen man sich einfach Hilflos fühlt. Das sollte ich später noch mehrmals erfahren.DSC_6659

Ein hungriger Start in den Tag

Am Morgen, nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, ging es genauso weiter. Auf dem Weg zum Bäcker entdeckten wir eine Gruppe von Straßenkatzen und einen Hund. Wir fütterten auch sie und entdeckten diese Katze mit schweren Wunden am Hals. Sie sahen aber soweit gut aus, trocken und schien am verheilen zu sein. Am nächsten Tag war das leider nicht mehr der Fall, die Wunde sah nässend aus. Wir beschlossen sie später am Tag einzufangen und zum Tierarzt zu bringen, aber sie war verschwunden. Auch die nächsten beiden Tage kam sie nicht mehr zur Futterstelle. Genauso wie eine andere kleine Babykatze. Wer weiß was mit den beiden geschehen ist…

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Besonders ans Herz gewachsen ist mir auch diese schwarzweiße Babykatze. Ich habe sie Charlie getauft, auch wenn ich gar nicht wusste ob es ein Junge oder Mädchen war. Charlie war in einem schlechten Zustand; abgemagert und schlechtes Fell. Zu Beginn war Charlie auch sehr scheu, aber am letzten Tag kam sie schon zu uns gerannt weil sie wusste dass es Futter gibt. Es bricht mir immer noch das Herz wenn ich daran denke, wie Charlie am nächsten Morgen auf uns gewartet hat und niemand mehr kam!

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Ich hätte Charlie gern ein neues Zuhause geschenkt, aber da wir keine Papiere für sie bekommen hätten, durfte ich sie leider nicht mitnehmen.

Endlich im Tierheim Campi

Nach diesem Start in den Tag, ging es weiter zu unserem eigentlichen Ziel: das Canile de Campi. Ein Tierheim mit dem das Tierrefugium Hanau schon seit vielen Jahren zusammen arbeitet. Dort traf ich im März auch meinen Hund Clara. Mehr dazu erfahrt ihr in meinem Bericht: Wie ich Clara traf

Die Zustände dort sind schlimm, aber für italienische Verhältnisse noch sehr gut! Durch eine Zaun-Aktion die das Tierrefugium gestartet hat, konnten durch Spenden die Zäune der Zwinger erneuert werden. Jetzt herrscht dadurch wenigstens keine Verletzungsgefahr mehr bei den Hunden.

Hilfstransport Italien alte Zäune

Hilfstransport Italien neue Zäune

Für Weihnachten plant das Refugium eine weitere Aktion. Durch spenden möchten wir versuchen jedem Hund ein Körbchen zu schenken, damit sie nicht mehr auf dem kalten nassen Betonboden schlafen müssen.

Wiedersehen mit alten Freunden und viele neue Gesichter

Im März lernte ich einige Hunde kennen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Viele Gesichter kommen einem bekannt vor, aber den ein oder anderen schließt man einfach besonders ins Herz. Ich habe mich sehr gefreut sie wieder zusehen, gleichzeitig war ich aber auch ängstlich wie es ihnen wohl geht.

Ich berichtete euch letztes Mal unteranderem von Giorgio. Er lebte allein in einem Zwinger. Mittlerweile hat sich das zum Glück geändert. Ich habe diesmal etwas mehr Zeit in seinem Zwinger verbringen können. Dort war damals auch Clara untergebracht. Mit ihm im Zwinger leben zurzeit noch die alte Hündin Zora, ein großer schwarzer Teddybär namens Giulio, die junge Hündin Jasmina und damals noch die Setter Hündin Sascha, sie lebt jetzt im Tierrefugium. Ihr Sohn Moofy hat schon im Juni den Weg nach Deutschland gefunden und da das Tierrefugium keine Familie auf Dauer trennt, haben sie Sascha jetzt noch nach geholt.

Hilfstranport Italien Giorgio und Giulio

Zora lebte damals schon mit Clara im Zwinger. Auch Clara könnte dort jetzt noch liegen. Obwohl es wahrscheinlicher ist, das sie den heißen Sommer mit Temperaturen von um die 50°C, wie viele andere, nicht überlebt hätte. Endlich konnte ich auch Zora etwas besser kennen lernen. Sie ist schon um die 13 Jahre alt, hat Leishmaniose und es wurde einen Tumor im Ohr festgestellt. Beim nächsten Besuch wird sie vielleicht schon nicht mehr unter uns sein. Und das bricht mir wirklich das Herz! Sie ist so eine Kämpfernatur! Ihr Leben hat sie dort im Zwinger verbracht und jetzt wird sie dort auch sterben. Dabei ist sie so eine lustige und liebe Hündin. Aber leider ist sie kein Einzelfall. Ihr Schicksal teilen tausende Hunde!

Hilfstransport Italien Zora

Giorgio ist nach wie vor ein kleiner Wirbelwind. Er geht mit seinen Spielaufforderungen Giulio manchmal ganz schön auf den Keks, aber auch wenn mal etwas geknurrt wird, bleiben sie friedlich. Ich habe sie die Schlabberfraktion getauft, weil sie alle die ersten sein wollten beim streicheln und einem dabei dankbar abgeschlabbert haben.

Hilfstransport Italien Sascha Jasmina

Bei Jasmina hat man extrem gemerkt, dass ihr in ihrem kurzem Leben nicht nur nette Menschen über den Weg gelaufen sind. Sie duckte sich sofort weg, wenn man sie streicheln wollte und machte sich ganz klein. Aber wenn sie etwas vertrauen gefasst hat, war sie wie die anderen die reinste Schmusebacke.

Als ich aus dem Zwinger gehen musste, liefen mir die Tränen. Sie alle sind so liebe tolle Hunde und doch bleiben sie dort zurück.

Es gibt noch so viele über die ich schreiben könnte. Sei es die schmusebedürftige Rottweiler Hündin Desiree, die Angst vor Kindern hat oder der alte Zottel der Wasser in der Lunge und ein entzündetes Bein hatte und am nächsten Tag nicht mehr lebte. Ich hoffe jetzt hat er es besser!

Hilfstransport Italien RIP

Das war ein kleiner Ausschnitt von den Hunden die dort leben und auf ein neues Zuhause warten! Wen wir noch alles auf unserer Reise kennen lernen durften, erfahrt ihr in Teil 2 meines Reiseberichts!

Blogunterschrift

7 Gedanken zu “Tierschutz in Italien – mein Reisebericht Teil 1

  1. axinja89 schreibt:

    Sehr berührend! Ich fühle mit diesen Hunden immer so mit und es macht einem zu schaffen, wenn man weiß, dass man nicht allen Hunden in Not helfen kann. Die schlimmen Schicksale, die so manche Fellnase durchleben musste… Aber es gibt die Menschen, die helfen, die Hoffnung in der Welt verbreiten und diesen Menschen sei gedankt!!!

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