Tierschutz in Italien – mein Reisebericht Teil 2

Heute möchte ich euch im zweiten Teil meines Berichts von einem jungen Straßenhund, einem Schäferhund an der Kette und unserer abenteuerlichen Rückreise mit Blindenpassagieren erzählen. Den ersten Teil meines Berichts findet ihr HIER.

Zuflucht an der Kirche

Als wir uns am ersten Tag vom Tierheim Campi auf den Rückweg zu unserer Unterkunft machten, sahen wir an der Kirche eine junge Hündin liegen, vielleicht 5-6 Monate alt. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es einfach nur zum Lachen, wenn man Menschen sieht, wie sie herausgeputzt in Stöckelschuhen zum Sonntags Gottesdienst gehen und einen halb verhungerten Welpen vor der Kirche einfach liegen lassen. Mit Nächstenliebe hat das nichts zutun. Wir konnten sie dort nicht einfach liegen lassen. Also hoben wir sie auf und tauften sie Carla.

Carla an der Kirche

Wir erfuhren dass sie seit August auf der Straße lebte. Mit ca. 2 Monaten ließ man sie wahrscheinlich nach dem Sommer Urlaub einfach dort zurück. Sie überlebte indem nette Menschen ihre Brioche mit ihr teilten und sie abends neben einem Supermarkt in einem Karton schlief.

Carla begleitete uns die nächsten Tage bis zur Heimreise. Sie fuhr mit uns im Auto und ging mit uns in Geschäfte und Restaurants und bekam am letzten Tag endlich ihre Papiere. Jetzt hat Carla ein schönes neues Zuhause bei einer Freundin gefunden.

Ein Leben an der Kette

Kettenhunde sind mittlerweile auch in Italien verboten. Doch halten sich viele nicht daran. Im Tierheim Campi erfuhren wir von einem Schäferhund der mitten im Nirgendwo angekettet ist und alle paar Tage Essensreste bekommt, die dann vor sich hin schimmeln. Eine Mitarbeiterin aus dem Tierheim versorgt in mit Essen und frischem Wasser. Auch haben sie den Hund schon bei den örtlichen Stellen gemeldet. Aber nichts geschieht! Sie versuchen jetzt mit Hilfe des Amtstierarztes den Hund beschlagnahmen zu lassen. Aber die Mühlen der Justiz in Italien mahlen nur sehr langsam…Kettenhund

Ein trauriges Paket

So verging die Zeit wieder im Flug. Wir besuchten noch ein anderes Tierheim in Copertino und gaben auch dort Futterspenden ab. Wir besuchten es zum ersten Mal. Auch dort begrüßten uns die zum Teil freilaufenden Hunde sehr freundlich. Was mich am meisten berührte waren 6 Welpen, die kurz vorher in einem Karton vor dem Tierheim ausgesetzt wurden. Zum Glück war bei den Futterspenden auch Welpen Futter dabei, denn das benötigen die Kleinen jetzt dringend zum überleben! Ich hoffe sie werden stark und kräftig und finden als Welpe vielleicht noch ein neues Zuhause. Welpen haben als einziges eine Chance noch adoptiert zu werden, bei erwachsenen Hunden ist die Chance gleich null.Welpen Copertino

Die Rückreise und zwei kleine Überraschungen

Und dann kam schon der Tag der Heimreise. Sieben Hunde traten die Fahrt mit uns nach Deutschland an. Zwei davon schon vermittelt.

Wir dachten diesmal wird es eine relativ entspannte Heimreise. Falsch gedacht…

Diesmal wollten wir die Hunde an Raststätten raus lassen, damit sie sich nicht in ihre Boxen erleichtern mussten. Also fuhren wir an einer Raststätte raus. Es war schon dunkel und auf einmal entdeckten wir an einem Zaun zwei Welpen. Sie kamen von weit weg angerannt und machten auf sich aufmerksam. Wir dachten ersten dass das Gelände zu einer Firma gehört. Allerdings stand es zu einem Feldweg offen und die Gefahr bestand das die Welpen am Ende des eingezäunten Areals auf die Autobahn rennen.

Es war schnell klar, dass die Welpen ausgesetzt worden waren. Niemand wohnte dort in der Nähe und sie wahren in einem sehr schlechten Zustand. Also bogen wir den Zaun hoch und schnappten uns die zwei. Schicksal gibt es eben doch. Das wir ausgerechnet an dieser Raststätte herausgefahren sind und nicht schon eine früher als wir eigentlich wollten. Das wir nach rechts abgebogen sind um die Hund herauszulassen und nicht nach links um nur zu tanken. Und das wir sogar noch eine Box übrig hatten um die beiden sicher unterzubringen.

Valentina und Emilia

Noch während der restlichen Heimfahrt tauften wir sie Valentina und Emilia. Beide werden jetzt im Tierrefugium versorgt und sind auf dem Weg der Besserung. Jetzt fehlt den beiden, genauso wie den anderen Traumhunden im Tierrefugium, nur noch ein richtiges Zuhause! Wenn ihr ein neues Familienmitglied sucht, schaut doch mal auf Facebook oder ihrer Homepage vorbei!

Blogunterschrift

6 Gedanken zu “Tierschutz in Italien – mein Reisebericht Teil 2

  1. devil the dog schreibt:

    nicht schön was manche menschen mit meinen Artgenossen so machen. Diesen Menschen sollte man ab und an das selbe Schicksal zukommen lassen wie sie es uns antun. Meine Menschen haben auch schon diverse Patenschaften für ein paar andere Hunde übernommen.

    Es ist zwar nur ein Tropfen auf dein heißen Stein aber sie wissen das das Geld was sie monatlich spenden dort ankommt wo es dringend gebraucht wird. Als selbstständige Unternehmer sind sie leider viel zu viel eingespannt und genau aus diesem Grund haben sie größten Respekt vor Menschen wie Dir liebe Christina, die aktiv helfen können und es auch tun. Vielen Dank von meinen Menschen Nicole und Jens und natürlich auch ein dickes fettes dankes *wuff* von den geretteten Hunden 😉

    Gefällt 1 Person

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