Ein Leben mit Cushing [Fortsetzung: Mein Hund wirft Falten]

Vor ein paar Wochen habe ich euch um Hilfe gefragt [Mein Hund wirft Falten! Was nun?]. Die Haut von meiner Hündin Clara hat Anfang des Jahres angefangen Falten zu bilden, zu schuppen und stellenweise sogar die Haare zu verlieren. Ich und auch der Haustierarzt wussten nicht mehr weiter.

Vielen Dank noch einmal für die vielen lieben Worte von euch, das hat mich wirklich aufgebaut!

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Auf den Rat hin von Genkibulldog habe ich schnellst möglich einen Dermatologen für Hunde aufgesucht. Und tatsächlich hatte sie gleich einen Verdacht, der sich auch leider bestätigt hat und zwar das Cushing-Syndrom!

Ihr habt noch nie davon gehört? So ging es mir auch! Deshalb möchte ich euch kurz erklären!

Was ist Cushing und wie entsteht es?

Beim Cushing-Syndrom wird zu viel Cortisol im Körper produziert. Das ist ein Körpereigenes Hormon, das in der Nebenniere produziert wird. (Nur zur Info: Cortison ist übrigens die Vorstufe von Cortisol, und wird im Körper zu Cortisol umgewandelt. Es ist also ähnlich aber nicht dasselbe.) Diese Überproduktion wird entweder durch einen Tumor in den Nebennieren oder durch einen meist gutartigen stecknadelgroßen Tumor im Gehirn verursacht. In Claras Fall konnten wir den Tumor in den Nebennieren durch einen Ultraschall ausschließen. Der Tumor sitzt in der Hypophyse (Hirnhangdrüse), welche für die Bildung von Hormonen zuständig ist. Durch diesen Tumor produziert die Hypophyse unter anderem zu viel von dem Hormon ACTH, welches den Nebennieren den „Befehl“ gibt mehr Cortisol zu produzieren.

Zeichnung Cushing

meine hoch professionelle Skizze 😉 Nur zur Verdeutlichung, verzeiht mein gekrakel

Kann man Cushing behandeln?

Durch einen Bluttest wird der ACTH Spiegel im Blut ermittelt, ist er zu hoch, ist das ein weiterer Beweis für das Cushing-Syndrom. Mittels eines Medikaments wird der ACTH Spiegel gesenkt, in dem es die Nebennieren angreift und schädigt. In unserem Falls ist das Medikament Vetoryl, welches wohl das Beste Medikament im Moment auf dem Markt sein soll. Angeblich weniger schädlich als Lysodren, ein weiteres Medikament auf dem Markt.

Cushing ist nicht heilbar, aber behandelbar. Das heißt wenn ein Hund (oder anderes Tier) darunter leidet, kann er mittels lebenslanger Medikamentengabe noch ein schönes und ähnlich langes Leben führen wie gesunde Tiere. Wichtig sind dabei aber Lebenslange Kontrollen (etwa 2x im Jahr um den ACTH-Spiegel im Blut zu kontrollieren).

 

Wie erkennt man Cushing?

Um eine Krankheit zu diagnostizieren muss man sie erst einmal kennen! Genau das gilt für Cushing! Hat der Haustierarzt noch nie einen bewussten Cushing-Fall erlebt, wird es ihm schwerfallen Cushing überhaupt zu erkennen. So war es auch in unserem Fall.

Cortisol führt unter anderem zu einer Schwächung des Immunsystems, da die körpereigene Immunabwehr unterdrückt wird.

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Bei Clara traten folgende Symptome auf, die schon bei Cushing diagnostiziert wurden:

– Faltenbildung auf der Haut

– Haarausfall, stumpfes Haar

-Hautveränderungen, Kalzium-Einlagerungen unter der Haut (kleine weiße Knötchen)

-Hinterhandschwäche, die Muskeln bilden sich zurück

-vermehrter Durst und dadurch vermehrtes Harnlassen

-Entzündungsanfälligkeit, wie Blasenentzündung und Bakterien auf der Haut

Außerdem kann noch folgendes Auftreten:

-verstärkter Appetit

-Fettbildung an Brust und Bauch

-Lebervergrößerung

-Läufigkeit bei der Hündin bleibt aus oder die Hoden beim Rüden verkleinern sich

 

Wie geht es nach der Diagnose weiter?

Zur Diagnose wird, wie oben schon erwähnt, ein Ultraschall von den Nebennieren und ein Bluttest zur ACTH Bestimmung durchgeführt. Bei Clara lag der Wert bei 29.

Danach bekommt man ein Medikament um das Cortisol im Körper zu senken. Durch das Mediakment sollte der Wert des ACTH auf 3-5 sinken. Dieser Bluttest wird in ca. Zwei, Vier und Acht Wochen noch einmal wiederholt um zu kontrollieren, wie der Hund eingestellt ist. Wichtig ist das der Wert nicht unter 3 fällt, da auch eine Cortisol Unterproduktion schädlich für den Körper ist, das sogenannte Addison-Syndrom.

Wir haben jetzt schon den ersten Kontrolltermin nach 2 Wochen hinter uns. Claras Wert lag jetzt schon bei 2,8! Das hat die Dermatologin sehr erstaunt! Weshalb wir nicht 4 Wochen bis zur nächsten Kontrolle warten, sondern nur 2 Wochen.

Zusätzlich dazu bekommt sie noch Antibiotika gegen die Blasenentzündung und ein wöchentliches Spezialbad gegen die Bakterien auf der Haut. Mit der Cushing Behandlung sollten aber auch diese Sekundärerkrankungen bald in den Griff zu bekommen sein.

Ich habe ja schon einmal erzählt, dass bei Clara keine Haare mehr nachwachsen. Sie hat seit ihrer Herzwurmtherapie vor einem Jahr einen naggischen Bauch. Es kann gut sein das ihre Haare im nächsten halben Jahr wieder nachwachsen und auch die Haut sich verbessert. Die Falten sind schon zurückgegangen, die Haut sieht aber leider noch sehr schlecht aus. Das kommt mit Sicherheit aber auch durch die Bakterien.

Mit etwas Glück wird sogar etwas agiler. Auch wenn ich das nicht wirklich glaube, schließlich ist sie schon Alt und der Rücken ist und bleibt kaputt. Trotzdem bilde ich mir ein dass ihr recht häufig etwas trauriger Blick etwas aufmerksamer geworden ist. Wer weiß 😉

 

Als ich Clara vor einem Jahr ein neues Zuhause geschenkt habe wusste ich dass sie sehr krank ist, dass es so eine lange Liste wird hätte ich allerdings nicht gedacht. Sie scheint immer „Hier“ zu schreien hab ich das Gefühl. Trotz allem war es einfach mein Wunsch ihr einen schönen Lebensabend zu ermöglichen. Und ich bin einfach froh, dass wir jetzt wissen dass sie an Cushing leidet und ihr helfen können. Ich gehe nämlich davon aus, dass sie schon seit Italien daran leidet.

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Ich sehe das ganze also eher optimistisch! Clara ist ein alter Sturkopf und so wird sie hoffentlich noch viele Jahre mehr oder weniger munter, aber dafür umso trotziger durch das Leben stapfen und den ganzen Krankheiten die Mittelkralle zeigen 😉

Blogunterschrift

 

21 Gedanken zu “Ein Leben mit Cushing [Fortsetzung: Mein Hund wirft Falten]

  1. Genki & Co schreibt:

    Ich freue mich, dass ihr beim Hundedermatologen den Grund für euer Problem schnell findet konntet, auch wenn das Ergebnis ja nicht so besonders berauschend ist. Ich finde das schlimmste ist immer eine Krankheit, bei der man von Anfang an weiss, dass man sie nicht wirklich heilen kann. 😦 Das ist einfach deprimierend. Trotzdem wisst ihr jetzt immerhin, wie ihr Clara helfen könnt und ich wünsche euch eine weitere schnelle Besserung!

    Gefällt 1 Person

    • Zucker und Zimt Design schreibt:

      Dankeschön! ❤️ ich bin auch sehr froh das wir endlich wissen woran es liegt. Diese Ungewissheit war genauso schlimm! Ja wir können nur hoffen das sie damit die nächsten Jahre noch so gut es geht Leben kann ☺️
      Ganz liebe Grüße Christina

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  2. Ruhrstyle schreibt:

    Ach es ist immer traurig und man leidet regelrecht mit! Wir haben auch drei Hunde über den Tierschutz gerettet und unsere zuletzt dazu gekommene Hündin ist ebenfalls sehr krank. Sie leidet unter einer Blutarmut und trotz etlicher Untersuchung kann nicht mehr herausgefunden werden, was der Auslöser war. Nun bekommt sie täglich und wahrscheinlich ihr Leben lang Cortison und Vitamin K. Uns macht dies große Angst, da Cortison natürlich etliche Nebenwirkungen hat. Wir geben aber nicht auf und hoffen das wir doch noch einen Tierarzt finden, der eine andere Lösung hat.

    Ich wünsche deiner Maus von Herzen alles Gute!

    viele liebe Grüße
    Rebecca

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    • Zucker und Zimt Design schreibt:

      Vielen lieben Dank ❤️
      Ich kann dich sehr gut verstehen, diese Ungewissheit macht einen schier verrückt, denn man will seinem Tier ja so gut es geht helfen. Deshalb war ich einfach froh als wir endlich wussten woher die Probleme kommen, auch wenn es eine unschöne Diagnose ist. Aber jetzt können wir ihr so gut es geht helfen und hoffen das sie noch ein paar schöne Jahre hat!
      Ich drücke euch ganz fest die Daumen das auch ihr endlich eine Lösung findet und das es euerer Fellnase bald besser geht und sie hoffentlich dann auch das Cortison nicht mehr braucht!
      Ganz liebe Grüße Christina

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  3. LittleBlueHeart schreibt:

    Das tut mir so leid für die Maus. Ich leide bei sowas auch immer mit und manchmal ist das Leben wirklich unfair. Ich drücke die Daumen, dass Clara weiterhin ein tolles und erfülltes Leben leben darf, auch mit dieser blöden Krankheit! Viele Grüße von Carina und Nala

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    • Zucker und Zimt Design schreibt:

      Vielen Dank für eure lieben Worte! Die bauen uns wirklich auf!❤️ ja so geht es mir auch, es ist schlimm wenn man sieht das die Fellnase krank ist und man nicht wirklich etwas unternehmen kann. Wir hoffen auch das sie trotzdem noch lange das Leben genießen kann 🙂
      Ganz liebe Grüße Christina

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  4. Ein Hundeleben mit Epilepsie schreibt:

    Das hatte die Hündin meiner Verwandtschaft auch. Zum Schluss leider musste sie eingeschläfert werden, das es wahrscheinlich an dem Tumor im Kopf lag. Sie viel immer wieder Ohnmächtig um und die Abstände verkürzten sich zum Schluss immer mehr. Ich denke positiv und weiß das es ihr nun wieder besser geht. Alles gute für euch!

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  5. engelundteufel schreibt:

    Zum Glück wisst ihr jetzt was es ist und zum Glück ist es behandelbar. 🙂 Nur sch…, dass da ein Tumor im Kopf sitzt 😦
    Wir drücken die Daumen und Pfötchen, dass die Haut auch wieder besser wird und der Tumor nicht weiter wächst.
    Die Zeichnung war sehr gut. Danke für die Aufklärung.
    Schnurrer Engel und Teufel

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